Wer zahlt Arbeitsschuhe?


In den Regeln und gesetzlichen Vorschriften zur Kostenübernahme für Arbeitsschuhe oder Berufsschuhe muss hier in zwei Gruppen unterteilt werden. Die Fußbekleidung erfüllt entweder gesundheitliche und sicherheitsrelevante Funktionen oder sie dient als optisches Merkmal. Als Oberbegriff wird zwischen Arbeits- oder Berufskleidung und Dienstkleidung unterschieden. Nach dieser Klassifizierung richten sich die grundsätzlichen Regelungen und Verpflichtungen, wer Arbeitsschuhe oder Berufsschuhe zahlt.

Bei Arbeits- oder Berufskleidung obliegen die Kosten meist den Arbeitgebern, während bei Dienstkleidung individuelle Regelungen im jeweiligen Arbeitsvertrag getroffen werden. Anteilige Kostensplittung ist üblich, wobei Faktoren wie Nutzungsmöglichkeiten und Verhältnismäßigkeit Grenzen in der Ausgestaltung setzen. Auch Tarifverträge einzelner Branchen und allgemeine betriebliche Vereinbarungen können die Kostenträgerschaft für Arbeitsschuhe beeinflussen.

Sicherheitsrelevante Gefährdung

Die klarsten Regeln bei der Kostenübernahme für Arbeitsschuhe bestehen bei sicherheitsrelevanten Fragen. Wenn die berufliche Tätigkeit einen besonderen Schutz der Füße verlangt, treten Arbeitsschutzgesetz und Vorschriften der zuständigen Berufsgenossenschaften in Kraft. Im Normalfall ist der Arbeitgeber verpflichtet, den erforderlichen Gesundheitsschutz zu zahlen. Er muss die Berufsschuhe bereitstellen und darf die Kosten, auch nicht anteilig, auf den Arbeitnehmer umlegen.

Entscheidungsgrundlage für die Art und den Bedarf der Schuhe liefern die drei Normen DIN EN 345, 346 und 347. Sie differenzieren zwischen Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhen. Aus diesen Normen werden Gefährdungsbeurteilungen abgeleitet. Wenn als Ergebnis das Tragen besonderer Schuhe als erforderlich bewertet wird, muss der Arbeitgeber Berufsschuhe der benötigten Ausführung bezahlen beziehungsweise zur Verfügung stellen.

Gesundheitliche Aspekte und Regelungen

Differenzierter stellt sich die Verpflichtung der Kostenübernahme bei Arbeitsschuhe dar, die aus gesundheitlichen Gründen besonderer Anpassungen oder Ausführungen bedürfen. Wenn die grundlegende Gefährdungsbeurteilung das Tragen von Sicherheitsschuhen verlangt, stehen die Zusatzkosten zur Disposition. Liegt keine derartige gesetzlich begründete Pflicht vor, stehen die Gesamtkosten zur Debatte. Generell gilt, wenn gesundheitsrelevante Aspekte besondere Aufwendungen für Berufsschuhe erzeugen, kommen neben dem Arbeitgeber weitere Kostenträger in Betracht. Dazu zählen die Renten- und Krankenversicherung, die Berufsgenossenschaft und die Bundesagentur für Arbeit.

Berufsgenossenschaft oder Rentenversicherung zahlt die Differenz zum normalen Sicherheitsschuh, wenn Folgen eine Arbeits- oder Wegeunfalls oder berufsbedingte Krankheit vorliegt. Dazu zählen auch Sohlenerhöhungen, orthopädische Einlagen und Vergrößerung der Zehenkappen. Allerdings müssen die Arbeitsschuhe nach der Baumusterprüfung der EU zugelassen sein.

Bestandteil einer Uniform oder Corporate Designs

Den größten Freiraum bezüglich der Kostenübernahme bestehen für Arbeitsschuhe oder Berufsschuhe, wenn diese aus optischen Gründen gefordert sind. Als Faustregel gilt, dass bei einer möglichen Nutzung außerhalb der Arbeitszeit die Kosten vom Arbeitnehmer getragen werden können. Solange keine Sicherheits- oder Gesundheitsfaktoren ein spezielles Schuhwerk verlangen, darf der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer die Kostenübernahme in voller Höhe erwarten.

Einschränkungen ergeben sich bezüglich des Verhältnisses zwischen Kosten- und Verdiensthöhe. Interpretationsspielräume sind auch gegeben, wenn das Schuhwerk sehr spezielle Anforderungen bezüglich der erfolgreichen Arbeitsdurchführung erfüllen muss. Eine Besonderheit stellt eine Art "Gewohnheitsrecht" dar. Wenn eine langjährige Beteiligung des Arbeitgebers an den Kosten für Arbeitsschuhe existiert, darf er diese nicht einfach streichen.

Steuerliche Freibeträge

Neben den direkten Anschaffungs- und Unterhaltskosten können sich Arbeitsschuhe oder Berufsschuhe steuermindernd auswirken. Unter den passenden Voraussetzungen sind sie den Werbungskosten zuzuschlagen. Voraussetzung ist, dass die Berufsschuhe nur im beruflichen Kontext genutzt werden können. Kosten für Instandhaltung und Reinigung ist in jedem Fall Sache des Arbeitnehmers.
Siehe auch unerern Beitrag zum Thema: Berufsbekleidung steuerlich absetzen.
Stand Dezember 2016