Textil ABC

Hier stellen wir Ihnen ein paar grundlegende Informationen zum Thema Textilien sowie der Herstellungsarten und Gewebsarten dar

 

 

Was ist ein Gewebe? Woraus besteht es?

Definition Gewebe

Gewebe ist der Oberbegriff für maschinell oder manuell gefertigte Erzeugnisse der Weberei.
Bevor man etwas z.B. weben kann, benötigt man dafür den Faden. Fangen wir also mit den Fundament eines jeden Gewebes an: DER FADEN!

Definition Faden:

Ein Faden ist ein Verbund aus mehrern Fasern: Diese können z.B. miteinander verdreht sein.
Die Fäden können aus verschiedenen Fasern bestehen.
Beispiele hier sind Baumwolle oder Polyester. Gemischt geht das auch. Dann nennt man es
Mischgewebe.

 

Welche Eigenschaften hat der Faden?

Bereits vor dem Weben in einem Webstuhl, also bei der Auswahl des Fadens, kann man schon viele Eigenschaften, die das Gewebe später haben
soll, erstellen. Möchte man z.B. ein sehr robustes und glänzendes Gewebe haben, so kann man hier direkt einen Polyesterfaden mit in das Gewebe nehmen.

Die verschiedenen Arten der Fäden werden dann in einem Webstuhl zusammen geführt.

Neu und modern sieht sowas, so aus. Hier ein Webstuhl.

Hier de Blick in einen modernen Webstuhl

Nahezu rechtwinklig verlaufende Fadensysteme ergeben hieraus ein Flächengebilde.
Wir sprechen hier von dem Fadensystem " Kette " und dem Fadensystem " Schuss "

Kette und Schuss? Was ist das?

Im Detail sieht das in etwa so aus. Also Fäden, die von oben nach unten verlaufen ( Kette ),
und Fäden, die von links nach rechts sowie unter und über den Kettfaden, verlaufen ( Schuss )

Das Gewebe ist die Grundlage eines jeden Textils. Aus diesem wird dann später das gewünschte Textil hergestellt.
Wie das geht, erklären wir später.
Praktisch gesehen haben wir nun ein Gewebe, das aus Fäden zusammen gehalten wird die von oben nach unten
sowie von rechts nach Links verlaufen.

Nun haben wir ein Gewebe, in dem es Kettfäden sowie Schussfäden gibt. Fangen wir nun an zu variieren in der Art und Weise
wie oft der Schuss oberhalb der Kette oder unterhalb der Kette verläuft, verändern wir die BINDUNG.

Was ist eine Bindung?

Die Bindung ist die Art der Kombinationen zwischen den beiden Fäden. Hierbei gibt es drei große Bindungsarten

Die Leinwandbindung
Die Köperbindung
Die Atlasbindung

 

Die Leinwandbindung
Hier wechseln sich die Kette und der Schussfaden exakt zueinander ab. Das gewebte Bild ist von der Oberseite genauso wie von der Unterenseite
.
Hierdurch entsteht ein gleichseitiges Bild, da die Bindung gleich viele Hebungen und Senkungen aufweist.
Eigenschaften der Leinwandbindung:
Je nach Anzahl der Faden oder Garnart entsteht die sogenannte Garndichte ( Garndichte = Anzahl der Kette und Schussfäden in einer Längeneinheit ).

Je dichter das Garn, umso beständiger das Gewebe gegen Reibung oder dergleichen.

 

Die Köperbindung
Hier läuft der Schussfaden mindestens unter einem Kettfaden drunter und mindestens über zwei Kettfäden drüber hinweg. Danach wieder unter einem drunter
und wieder mindestens über zwei drüber. Ist der Faden dann am Ende angekommen, fängt der nächste Schussfaden genau um 1 zur Seite und 1 nach oben wieder an der Seite an.
Durch das ständige Versetzen ergibt sich ein typisches Diagonalmuster. Wenn wir also einen Stoff in Köperbindung weben, ergeben sich zwei verschiedene Bilder des Stoffes durch die
vermehrten Schussfäden oder Kettfäden. Deswegen nennt man die Seiten dann auch entweder Kettköper oder Schussköper.
Man erkennt diese Bindung an dem schräg laufenden Grat. Hört sich wild an, ist es aber nicht.

Wir sehen es täglich, wenn wir Leute auf der Straße sehen. Das bekannteste Gewebe der Köperbindung ist der Denim oder im Umgang: " Die Jeans "

Die Jeanshose oder auch Denim genannt. Was ist das? Woher kommt es?

Die Atlasbindung
Ähnlich wie bei der Köperbindung läuft der Schussfaden unter einem Kettfaden und über zwei Kettfäden. Der Unterschied kommt in der folgenden Reihe.
Hier wird um 2 ( in der Regel nach rechts ) und 1 nach oben versetzt. Eben weil bei dem weiteren Verlauf der Versatz zu Gunsten des Schussfadens kommt,
ergibt sich ein Glanz beim Lichteinfall. Auf der Oberseite überwiegen daher die Schussfäden. Auf der Unterseite die Kettfäden.
Das bekannteste Gewebe aus der Atlasbindung ist der Satin.

BILD SATIN

Nun wissen wir welche Bindungsarten es gibt. Daraus leiten wir ab, welche Gewebe man daraus
erstellen kann.Was muss nun noch mit dem Gewebe geschehen, damit man es weiter verarbeiten kann? Es kann noch ausgerüstet werden.

Textile Ausrüstung? Was ist das?


Das Ausrüsten des Gewebes kann z.B. sein, dass das Gewebe griffig ist oder besonders widerstandsfähig.
Daher sind die verschiedenen Arten der Ausrüstung auch in verschiedenen Prozessen der Erstellung eines Gewebes eingebunden.
Es gibt keine genaue Regelung, wann " ausgerüstet " wird, da es zum Teil schon bei der Garnwahl anfängt und sich bis zur fertigen Rolle erstreckt.

Es gibt drei Arten der Textilen Ausrüstung

Die chemische Textilausrüstung
Die mechanische Textilausrüstung
Die thermische Textilausrüstung

Die chemische Textilausrüstung

Hier wird durch Zugabe von Chemikalien die gewünschte Eigenschaft erzielt.
Eigenschaften hier können sein: antistatisch, flammenhemmend, wasserabweisend,


Die mechanische Textilausrüstung

Hier werden mechanische Kräfte auf das Textil gebracht um das gewünschte Ausrüstungsergebnis zu erhalten.
Beispiele der mechanischen Textilausrüstung: Walken, Tumbeln,Krumpfen
Um es mal darzustellen: Beim Krumpfen wollen wir, das Gewebe so ausrüsten, dass es danach nicht weiter einläuft.
Hierzu wird es mechanisch derart gestaucht, dass es schrumpft. Dieser " geschrumpfte " Zustand wird dann fixiert.
Wir haben also " laienhaft gesagt " das Einlaufen des Gewebes schon vorneweg genommen.

Die thermische Textilausrüstung

Hier wird mit z.B. Hitze gearbeitet. Beim Gasieren werden die überstehenden Faserenden abgeflämmt, um den Stoff flusselarm zu gestalten.
Durch diese Ausrüstung erhält der Stoff eine besonders glatte und feine Oberfläche.

Nachdem wir also nun unseren Faden in verschiedenen Arten miteinander verbunden haben und diese in einem Webstuhl durch Kettfäden und Schussfäden in ein Gewebe mit einer Bindung gebracht haben,konnten wir anschließend dieses Gewebe noch bei einem Textil-Ausrüster veredeln.

Da liegt also nun unser Ballen oder unsere Stoffbahn.Wie geht es denn nun damit weiter?

Der Stoffballen aus dem dann?... Wie gehts nun weiter?